Page 6 - Spielinfo 1 2023
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s d s k
Das SPS 36 stellt sich vor
Zum 36. und letzten Mal fand in Brienz gessen werde, und das
das Spielpädagogische Intensivseminar nicht nur, weil ich in Brienz
viel gelernt habe, sondern
(SPS) der Spielakademie in Brienz unter auch, weil ich das Privileg
der Leitung von Hans Fluri statt. Die Ab- hatte, wunderbare Men-
schlussstudentinnen und -student erzählen schen zu treffen und
Freunde fürs Leben zu fin-
über ihre Eindrücke und Erlebnisse. den. Als ich erfuhr, dass der
SPS36 der letzte war,
Salome Heiniger fühlte ich mich geehrt, ein
Teil dieser «Spielwelt» von Hans zu sein, die wie eine
Der Beruf als Sekundarlehrerin Therapie für Körper, Geist und Seele ist. Das Leben
mit vielen Schülern mit beson- manchmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten
deren Bedürfnissen hat in mir und das Leben mit mehr Spielen zu geniessen, ist nach die-
unter anderem zwei Wünsche sem Seminar in Brienz eine Konstante in meinem Alltag.
geweckt: Einerseits den Ein grosses DANKESCHÖN an Hans für deine Geduld
Wunsch nach Weiterbildung, mit uns und deinen unvergesslichen Humor.
andererseits die wertvollen
spielerischen Erfahrungen im Tonia Tanner
schulischen Umfeld zu profes- Früher liebte ich einfach Brett- und Kartenspiele. Heute
sionalisieren und zu vertiefen. sind es Würfelspiele, Kreisspiele, Bewegungsspiele,
Die perfekte Melange daraus Wortspiele, Klatschspiele, Zeichnungsspiele, Gesell-
fand ich in der Ausbildung zur schaftsspiele, Interaktionsspiele und so viele mehr. Früher
. Spielpädagogin in Brienz, wel- zählte ich Würfel, Karten oder Bälle als Spielmaterial auf.
che ich in meinem Zwischen- Heute sind es Nüsse, Murmeln, Ballone, Papier, Seifenbla-
jahr in Angriff nahm. Nicht nur sen, Steine, Streichhölzchen, Kaplas, Tücher, Becher und
neue Spiele und Menschen unendlich viel mehr! Früher waren Gummitwist und Fa-
habe ich in dieser Zeit kennen- denspiele nur Erinnerungen. Heute spiele ich wieder mit
gelernt, viel mehr war es eine meinen Kindern mit. Früher veranstaltete ich Kinderge-
Schule fürs Leben. Besonders
viel Freude haben mir Kalaha, Pictures, Poch und das Di- burtstage. Heute sind es ganze Spielketten. Früher be-
nutzte ich Chiffontücher zum Dekorieren. Heute gebe ich
abolo bereitet. Letzteres hat es sogar in meinen nächsten Jonglierkurse damit. Früher kannte ich Schach und Dog.
Lebensabschnitt auf die andere Seite der Welt geschafft :-). Heute kenne ich auch Marienbad, Poch, Schieber, Back-
Auch gefiel mir die enorme Vielfalt der Thematik des gammon und unzählige Spiele mehr. Früher waren Poi,
Spielens; von zauberhaften Seifenblasen & Märchen über Neverend oder Bilboquet keine Begriffe für mich. Heute
lebhafte Interaktions- & Kreisspiele bis hin zu geselligen kann ich damit spielen und sie vorführen. Früher war es
Karten- und Brettspielen (und selbstverständlich dem eine Herausforderung, geeignete Spiele für meine Schüle-
Spielbuffet) war alles vertreten. In Zukunft möchte ich das rinnen und Schüler zu finden. Heute habe ich die Heraus-
Spielen gerne (weiterhin) als festen Bestandteil in meinen forderung, die Zeit für so viele Spielideen zu finden. Frü-
Unterricht integrieren und mit meinen Schülerinnen und her machte ich im Unterricht einfach Lernspiele zu einem
Schüler das Jassen lernen. Auch bei Freunden und Familie bestimmten Stoff. Heute wähle ich die Spiele nach Kom-
durfte ich schon viele positive Spiel-Erfahrungen machen. petenzen aus. Früher löste ich Knobelspiele für mich al-
Last but not least hoffe ich, die Leidenschaft des Spielens leine. Heute mache ich es mir zur Aufgabe, diese Strate-
mit der Freude an der Gebärdensprache und anderen Kul- giespiele weiterzugeben. Früher sah man mich auf der
turen zu verbinden und das Spielen als Brückenbauer zwi- Quartiersstrasse im Gespräch, heute mit dem Diabolo oder
schen verschiedenen (Lebens-)Welten einzusetzen.
dem Jonglierteller. Früher war 1012 für mich nur eine
Zahl, heute ein unendlicher
Tania Wyss Schatz an Spielen. Früher
Eine der besten Entscheidungen, die ich in meinem Leben war ich Mitspielerin, heute
getroffen habe, war die Teilnahme an SPS36, aber bis da- auch Spielleiterin, Spielver-
hin war ich mir lange Zeit nicht sicher, ob ich diesen Weg anstalterin und Spielver-
einschlagen sollte, aber dann traf ich Hans und die über- mittlerin. Früher war Spie-
zeugenden Argumente, die er mir lieferte, gingen mir nicht len mein Hobby, heute auch
mehr aus dem Kopf. Mit dem Seminar hat sich nicht nur mein Beruf! Danke, dass ich
mein beruflicher Weg verändert, sondern auch mein Pri- beim letzten SPS dabei sein
vatleben. Es waren 3 intensive Monate, die ich nie ver- durfte!
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