Page 27 - Spielinfo 2 2024
P. 27
S c h w e r p u n k t


oder nur wenig gemacht hat? Warum also nicht das Schul-
zimmer spielerisch erforschen, Bälle jonglieren, Zeitungs-
bälle werfen, die Zimmereinrichtung erklingen lassen, ver-
steckte Gegenstände suchen usw. Ein Schulzimmer bietet
so viele spielerische Möglichkeiten! Auch diese Art des
Spiels gehört dazu, sie ist gleichermassen Teil eines ganz-
heitlichen Spracherwerbs.
Ein weiterer Vorteil bietet das Spielen im DaZ beim Kor-
rigieren von Fehlern während des Sprechens (Fallfehler,
Artikelfehler). Die Lehrperson kann sanft und ganz beiläu-
fig richtigstellen. Beim Erlernen einer Sprache muss häu-
fig korrigiert und erklärt werden. Das ist nicht immer leicht
für die Schüler. Beim Spielen liegt der Fokus woanders,
und das «Korrigiert werden» geschieht unbeachtet und
beiläufig, aber stetig.
Mit spielerischen Aktivitäten wird eine positive Bezie-
hung zur Schulsprache geschaffen. Die Merkfähigkeit des  «Verfuxxt»: der diebische Fuchs muss gemeinsam
Lernwortschatzes wird erhöht, wenn dieser immer wieder gefunden werden. Drei Merkmale verraten ihn. Hat
in verschiedenen Zusammenhängen angewendet wird. er einen Schirm? Oder hat er keinen Schirm?
Und mit Emotionen verknüpft gelingt dies erst recht.
Am Anfang eines Schuljahres werden die Kinder oft-  «Inspektor Nase»: Hinweise geben, diskutieren, ge-
mals in neue DaZ-Gruppen eingeteilt. Besonders zu die- meinsam einen Entscheid treffen
sem Zeitpunkt schätze ich kooperative Spiele sehr. Jetzt  «Mysterium Kids»: aufgrund von Geräuschen auf
geht es darum, ein gutes Team zu werden, gemeinsam dem Tamburin Dinge erkennen
ein Ziel zu erreichen, die anderen etwas näher kennen-
zulernen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Das gegen-  «Noobs»: durch genaues Beschreiben gemeinsam
seitige Lernen und das Nutzen der Fähigkeiten jedes weiterkommen (ab 10 J)
einzelnen kommen hier zum Zug. Toll sind natürlich  «Team 3»: Formen nach Vorgaben stapeln. Eine Per-
kleine Spielideen, die im Verlauf des Unterrichts entste- son macht Gesten, die zweite Person deutet diese und
hen. Mehr Zeit brauchen z.B. folgende tollen koopera- erklärt der dritten, «blinden» Person, wie sie bauen
tiven Spiele: muss.
 «Just one»: ein Wort zu einem Begriff notieren, das Es muss aber nicht immer kooperativ sein, ab und zu ein
hoffentlich kein Mitspieler auch genannt hat. Wettbewerb darf sein. Haben wir mal etwas mehr Zeit, so
 «Erzählt euch meh»r: offene Fragen für Kinder, z.B. setze ich gern auch folgende Spiele ein:
«Wann warst du in der letzten Woche mutig?» →  «Au Backe»: ein lustiges Memory mit Tiernamen,
freies Sprechen, ich suche den Hahn…

 Quartette: Sprechen von Zahlen, Fragen stellen,
du/Sie-Thematik…
 «Slapzi»: Bildkarten mit Namen, Fragen wie: «Was
ist mehrheitlich aus Holz?»
 «Identik»: ein Bild beschreiben, Mitspieler sollen es
möglichst genau zeichnen
 «Bananagramms»: mit Buchstabenplättchen Worte
legen, wie Kreuzworträtsel
 «That’s not a hat»: Bildkarten verdeckt weitergeben
und sich merken

 «Memoarr», ein Merkspiel mit 5 Tieren und 5 Hin-
tergrundfarben
Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen! In der heutigen
Zeit sind so viele tolle Spiele auf dem Markt, man muss
nur eintauchen in diese Welt!
Spielen tut einfach gut, auch in der zu erlernenden Spra-
che. Das Spielen regt die Sinne an, fördert logisches Den-
ken, Ausdauer und erhöht die Konzentration. Spielen ist
immer Lernen, Lernen in fröhlicher und entspannter Um-
gebung. 


27
   22   23   24   25   26   27   28   29   30   31   32